1. Einleitung
Unter Globalisierung versteht man den offenen Austausch unter den Völkern Der Antrieb für den Austausch lag ursprünglich in dem Interesse neue Absatz- und Produktionsmärkte zu erschließen Doch die Verbesserung der Kommunikations- und Verkehrstechnik hat die Globalisierung zu einem zentralen Element des heutigen Lebens werden lassen.
Die Wirkfelder der Globalisierung sind auf alle Bereiche des modernen Lebens ausgedehnt. Die Auswirkungen werden in Politik, Wirtschaft, der Umwelt und der Kultur immer deutlicher. In diesem Referat möchten wir über Bereiche der Globalisierung deren Vor- und Nachteile, Chancen und Risiken berichten.
2. Wirtschaftliche Aspekte
Durch die Globalisierung ist es möglich geworden Produkte aus allen Ländern der Welt zu erwerben. Es ist kein Problem etwa einen Fernseher aus Japan in Deutschland zu kaufen und diesen auch im Reparaturfall beim Händler vor Ort reparieren zu lassen. Heutzutage ist es ebenfalls ganz selbstverständlich Obst und Gemüse auch im Winter zu essen. Welches normalerweise in unseren Breitengraden nur im Sommer wächst. Die Globalisierung bringt aber auch Nachteile mit sich. Große, international agierende Unternehmen besitzen ein immenses Werbebudget. Für sie ist es leicht effektive Werbung zu betreiben. Beim Superbowl, dem Endspiel um die American Football � Meisterschaft in den USA werden Millionen für Werbespots ausgegeben. Regionale Unternehmen können da nicht mithalten. Was in der Konsequenz die Folge hat, dass die Produkte dieser Unternehmen weltweit kaum Beachtung finden, seien sie noch so innovativ. So werden die großen Unternehmen, wie etwa Coca-Cola, ihre regionalen Konkurrenten in Zukunft vom Markt vertreiben. Daraus folgt das Warenvielfalt verschwindet. Das bedeutet das Produkte weniger auf regionale Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind. Die Massenproduktion lässt keine Warenvielfalt zu. Da der Profit an erster Stelle steht, und die Kosten für regional zugeschnittene Produkte im Vergleich zur Massenproduktion viel zu hoch sind, werden sie sich in Zukunft nicht durchsetzen können. Deutsche Unternehmen verlagern ihre Produktionsstätte ins Ausland.
"Uns geht nicht die Arbeit aus, sie läuft uns weg" - Alexander Spermann, Arbeitsmarktexperte am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim. In den Billiglohn Ländern finden die Manager qualifizierte Arbeitskräfte, niedrige Löhne, hungrige Märkte und viel unternehmerische Freiheit. Dieser Trend ist nicht nur bei Groß- sondern auch bei Kleinunternehmen zu verzeichnen. Auslagerung zur Kostenreduzierung und Gewinnmaximierung ist das Ziel.
3. Soziale/Kulturelle Aspekte
3.1. Globalisierung der Kultur
Als Kultur bezeichnet man den Umgang miteinander, die Gesetze, Tradition und Sitten sowie Feste, Musik und Kunst. Unter dem Einfluss der Globalisierung ist in der Bundesrepublik eine kulturelle Vielfalt entstanden. Überall sind Einflüsse anderer Kulturkreise zu spüren. Gerichte aus Asien oder südeuropäischen Ländern sind überall in der Bundesrepublik zu finden. Die weltweiten Migrantenströme haben zu einer Durchmischung der Kulturen geführt. Dies ist in vielen Ländern der Welt ebenfalls zu beobachten. Der stärkere Einfluss fremder Kulturen ist besonderst in Deutschland oft von Missverständen und Ängsten wie z. B. Arbeitsplatzverlust oder Kulturverlust geprägt. Der offene Austausch und die Integration fremder Kulturen ist auch in der heutigen Zeit von globaler Vernetzung durch Internet und Medien nicht unproblematisch, dennoch wird die Globalisierung eine Bereitschaft zu immer stärker werdender Vermischung der Kulturen mit sich bringen. Eigene Identität soll dabei nicht verloren gehen sonder wird neu definiert.
3.2. Westliche Einflüsse auf die Welt
Die USA sind das Land mit dem größten kulturellen Einfluss. Englisch ist weltweit die wichtigste Sprache. Westliche Werte und Kulturgüter sind in der ganzen Welt zu finden. Wie etwa McDonald�s, Coca-Cola, Hollywood Filme oder amerikanische Musik. Wird die Kultur amerikanisiert? Um gegen den starken Einfluss der USA vorzugehen hat die Europäische Kommission 1989 beschlossen, dass 50% aller TV Sendungen aus europäischen Ländern kommen. Die Quotenregelung wird z.B. in Frankreich noch stärker betrieben; hier gibt es eine Quote für nationale Produktionen im Rundfunk. Auch die Tatsache das Kulturgüter wie z.B. Filme EU weit, im Gegensatz zu den USA, staatlich gefördert werden, zeigt das Bestreben eine nationale, kulturelle Identität zu wahren. Trotzdem ist der Einfluss westlicher Kulturen auf die restliche Welt unverkennbar. In asiatischen Ländern setzt sich das westliche Schönheitsideal immer stärker durch. Immer mehr Frauen sind dort bereit ihr Gesicht an westliche Ideale anzupassen. Westliche Medienkonzerne setzen ihre Marken weltweit ein, dennoch finden sich immer regionale Unterschiede. Inhalte werden für jede Kultur verändert. Sex, Gewalt, Sprache werden an regionale Werte angepasst. Einheitliche Sendeformate setzen sich weltweit durch. �Wer wird Millionär� ist etwa ein solches Format. Die inhaltliche Gestaltung der Show ist jedoch überall verschieden. Der Versuch von MTV ein weltweites einheitliches Sendeformat zu schaffen ist an kulturelle Grenzen gestoßen. Einige Formate mussten regional angepasst werden um sprachliche und kulturelle Barrieren zu überwinden. Durch die Globalisierung sind sicherlich viele westliche Produkte und Marken zu einer globalen Vormachtsstellung gelangt, dennoch wird es auch in Zukunft kulturelle Unterschiede geben. Der Einfluss des Westens ist nicht mehr aufzuhalten. Die großen Konzerne wollen den globalen Markt erschließen, nur so können sie noch profitabeler werden. Und mit ihren Produkten wird dann auch immer ein Stück westliches Kulturgut in der Welt verbreitet.
3.3. Bildung
Bildung ist eines der zentralen Themen der Globalisierung. Ein gutes Bildungssystem ist in der globalen Wirtschaftswelt notwendig um auch weiterhin als Wirtschaftsstandort gefragt zu sein. Bildung wird heutzutage nicht mehr regional verglichen, sondern muss sich dem internationalen Vergleich unterziehen. Bessere Bildung bedeutet bessere Chancen. Bildungssysteme müssen den internationalen Standards angepasst werden. In diesem Zusammenhang ist besonders die Sprache ein wichtiger Faktor. Englisch ist die Weltsprache für alle Bereiche des modernen Lebens, wer diese Sprache nicht beherrscht hat keine Chance sich global durchzusetzen. Das wird sich auch regional bemerkbar machen, immer mehr englische Begriffe werden in das Alltagsleben einfließen.
3.4. Globalisierung der Medien
Moderne Informationstechnik verbindet heute Kulturen über jede Grenze hinaus. Internet und Fernsehen sind zu einem globalen Medium geworden. Nachrichten aus der ganzen Welt können gleichzeitig von jedem Ort empfangen werden. Damit nimmt auch die Masse an Informationen zu. Hierbei besteht das Problem der Einordnung, was ist wichtig, wie sind die Nachrichten zu bewerten, entsprechen sie Tatsachen. Medienkonzerne tragen hier eine enorme Verantwortung. Jeder kann sich seine Informationen und Sendungen zwar selbst auswählen, aber eine exakte Prüfung ist bei der steigenden Informationsvielfalt immer schwieriger. Seriosität der Medien darf nicht angezweifelt werden. Die moderne Internetkommunikation macht ein Zusammenwachsen der Welt möglich. Durch Medien können fremde Länder einem breiten Publikum näher gebracht werden. Reportagen und Berichte, ob im Internet oder Fernsehen, ermöglichen es dem Zuschauer ein immer größeres Sichtfeld auf fremde Länder und Kulturen zu erlangen. Dennoch besitzt auch die globale Vernetzung ihre Schattenseiten. Nicht zuletzt durch das Internet ist der globale Terrorismus in seinem heutigen Ausmaß erst möglich geworden. Informationen werden durch Medien in alle Welt verbreitet. Eine positive Folge daraus ist, Umwelt- politische oder soziale Probleme von Nicht Industrieländern werden verstärkt wahrgenommen. Bei Umweltkatastrophen etwa ist ein Wideraufbau der Infrastruktur oft nur durch Spenden aus Industriestaaten möglich. Medien sind ein zentraler Punkt der Globalisierung. Ohne die Vernetzung der Informations- und Telekommunikationsnetze wäre die Globalisierung undenkbar.
3.5. Sozialsysteme
Die Globalisierung hat in den letzen Jahren massiv Einfluss auf die Sozialsysteme der Staaten ausgeübt. Um international mitzuhalten, müssen sich besonders westliche Staaten immer mehr einschränken. Der Lohndruck aus Billiglohnländern hat die bisherigen Sozialsysteme an ihre Grenzen geführt. Gewerkschaften verlieren an Bedeutung, Sozialleistungen werden gekürzt und Lohnsteigerungen fallen gering aus. In der globalisierten Welt der Wirtschaft findet ein Konkurrenzkampf der Standorte statt. Unternehmen können, um noch profitabler zu werden, keine Rücksicht auf vergangene Traditionen legen. Selbst ursprünglich deutsche Unternehmen wie etwa Daimler Chrysler denken ausschließlich in globalen Maßstäben. Der Standort beispielsweise einer Produktionsstätte hängt heutzutage eher von Kosten als von Standorten ab. Dementsprechend müssen sich deutsche Arbeitnehmer der internationalen Konkurrenz stellen. Auch die Arbeitsplätze an sich verlieren ihren Ortsbezug. Der Arbeiter der Zukunft muss global denken. Das bedeutet: Arbeitsplätze verstärkt im Ausland anzunehmen. Länder müssen die Ansiedlungen von Betrieben fördern. Lohnnebenkosten reduzieren und Sozialsysteme neu ordnen um in der globalen Welt mithalten zu können.
4. Politische Aspekte
4.1. Globale Zusammenarbeit in der Politik, die Vereinten Nationen
Die Vereinten Nationen (UNO) sind eine einzigartige, internationale Organisation der 191 souveräne Staaten angehören. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet, um den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren, freundschaftliche Beziehungen zwischen den Nationen zu entwickeln, sowie den sozialen Fortschritt, die Förderung eines besseren Lebensstandards und die Menschenrechte zu fördern. Was die Mitgliedstaaten untereinander verbindet, sind die Grundsätze der UNO-Charta. In diesem völkerrechtlichen Vertrag sind die Rechte und Pflichten der Mitglieder der internationalen Gemeinschaft genau dargelegt.
Die Vereinten Nationen im engeren Sinn bestehen aus sechs Hauptorganen: der Generalversammlung, dem Sicherheitsrat, dem Wirtschafts- und Sozialrat, dem Treuhandrat, dem Internationalen Gerichtshof und dem Sekretariat. Mit Ausnahme des Gerichtshofs, der seinen Sitz in Den Haag (Niederlande) hat, befinden sich alle Hauptorgane am UNO-Amtssitz in New York. Mit den Vereinten Nationen stehen die �Sonderorganisationen� in Beziehung, deren Tätigkeit sich auf so verschiedene Fachgebiete, wie das Gesundheitswesen, die Landwirtschaft, den internationalen Flugverkehr und die Meteorologie erstreckt. Zusammen bilden die Vereinten Nationen, ihre Sonderorganisationen und ihre sonstigen Programme und Fonds (wie beispielsweise das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen : UNICEF) das "System der Vereinten Natione".
4.2. Kampf gegen Terrorismus
Die Globalisierung hat eine engere Zusammenarbeit der Regierungen möglich und nötig gemacht. Im Kampf gegen den internationalen Terrorismus ist eine enge Zusammenarbeit der Länder wichtig. In diesem Zusammenhang wurde die NRF (NATO Response Force) geschaffen. Sie soll die militärischen Möglichkeiten zur Bekämpfung des Terrorismus verbessern. Die NRF besteht aus hochmodernen Land- See- und Lufttruppen, die flexibel auf internationale Anforderungen reagieren können. Sie können schnell verlegt werden und bilden die erste Eingreiftruppe bei akuten Militärproblemen.
4.3. Auswirkungen der Globalisierung auf die Dritte Welt
Länder der Dritten Welt werden im globalen Wettbewerb von Industrienationen abhängig. Um wirtschaftlich interessant zu sein verschulden sich diese Länder enorm -die Folge ist- eine zunehmende Verelendung der Gesellschaft in der dritten Welt. In diesem Zusammenhang ist von der Entstehung einer vierten Welt die Rede. In diesen Ländern herrschen chaotische Verhältnisse .Enorme Verschuldung der Staaten, unwürdige Lebens- und Arbeitsverhältnisse haben die Länder ins Hintertreffen gebracht. Ihre Situation war auch früher nicht unproblematisch, aber durch die Globalisierung, haben diese Staaten keine Chance erhalten. Ein Ende der Schuldenfalle ist nicht abzusehen. 1996 betrugen die Schulden der Dritte-Welt-Länder fast Zwei Billionen US-Dollar. Dies entspricht etwa dem deutschen Bruttosozialprodukt1 im Jahr. Doch dieser Schuldenberg wurde im letzten Jahrzehnt immer größer. Die Entwicklungsländer konnten im Zeitraum von 1983 � 1996 zwar etwa Zwei Billionen US-Dollar tilgen, dennoch hat sich ihr Schuldenberg seit 1996 verdoppelt. Um zu einer Verbesserung der Situation beizutragen müssten die Industriestaaten bereit sein einen Schuldenerlass zu gewähren. Es konnten aber auch Entwicklungsländer vom weltweiten Handel und Produktion profitieren. Ihr Anteil am Welthandel ist in den letzten Jahren zunehmend gestiegen. Das Pro-Kopf-Einkommen und Auslandinvestitionen haben zugenommen. In einigen Ländern konnte sich die Wirtschaft enorm entwickeln, sogar stärker als in den Industriestaaten z.B. in China oder der Türkei. Zu den langfristigen Gewinnern der Globalisierung gehören Staaten Ostasiens und Lateinamerikas. Sie konnten sich am stärksten in die Weltwirtschaft integrieren. Erhebliche Vorteile konnten nicht nur auf wirtschaftlicher Seite gezogen werden, auch die Bevölkerung profitierte und es entstand eine breite Mittelschicht. Diese Länder haben erkannt, dass nur durch Reformen, etwa im Bildungsbereich, ein langfristiger wirtschaftlicher möglich ist. 1Bruttosozialprodukt ist die Summe des Wertes des von allen Bewohnern eines Staates innerhalb einer bestimmten Periode (ein Jahr) bezogenen Einkommens aus Arbeit (Arbeitnehmerentgelt) und Kapital (Unternehmens- und Vermögenseinkommen) � soweit ist es das Volkseinkommen � zuzüglich der Produktions- und Importabgaben abzgl. der Subventionen (Gütersteuern minus Gütersubventionen) � soweit ist es das Nettonationaleinkommen � zuzüglich der Abschreibungen Länder, welche die Öffnung zum Weltmarkt verpasst haben, werden in der Zukunft ohne Unterstützung von aussen kaum eine Chance haben sich aus eigener Kraft von innen heraus zu reformieren.
4.4. Globalisierung verschärft die Armut in den Entwicklungsländern
Die UNO definiert die am wenigsten entwickelten Staaten der Erde, als Staaten mit einem Pro-Kopf-Einkommen von unter 320$ pro Jahr. 42 von 48 solcher Staaten liegen in Afrika. In der Summe sind es ca. 570 Millionen Menschen bzw. 12% der Erdbevölkerung. 1960 hatten 46 der ärmsten Länder 1,4% des weltweiten Warenhandels. Anfang der 90er Jahre lag ihr Anteil nur noch bei 0,6% und 1995 bei 0,4%. Mit der Abkopplung der Entwicklungsländer von Welthandel vergrößerte sich das Einkommensgefälle zwischen erster und dritter Welt. 1965 war das Pro-Kopf-Einkommen in den sieben reichsten Ländern 20mal höher als im Vergleich mit den sieben ärmsten Ländern und 1995 sogar 40mal höher. Weiterhin wird die Landwirtschaft zur Versorgung der dort wohnenden Bevölkerung vernachlässigt. Lebensmittel werden zusätzlich exportiert und es werden nur für den Export geeignete Produkte hergestellt, was die Intensität der Bodennutzung erhöht und den Boden auslaugt. Entwicklungsländer versuchen Kapital ins Land zu holen und dabei entstehen weitere Komplikationen. Produktionskosten werden gering gehalten Gewerkschaften werden verboten Arbeitsschutz wird erschwert Durch die Schuldenkrise wird der Standortwettbewerb zwischen den Entwicklungsländern zusätzlich verschärft.
5. Umwelt Aspekte
5.1. Globale Umweltpolitik
Das Umweltpolitik global abgestimmt werden muss wurde schon 1972 mit der Gründung des UNEP (United Nations Environment Programme) erkannt. Mit diesem Programm soll eine nachhaltige Umweltpolitik in Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen und Regierungen realisiert werden. Mit der wirtschaftlichen Globalisierung nahmen auch die globalen Umweltprobleme zu. All diese Probleme wie: Ozonschicht, Luftverschmutzung, Waldrodung, Verschmutzung der Meere, Ausstoss von Treibhausgasen oder Schutz von bedrohten Tier- und Pflanzenarten, können nur global und gemeinsam gelöst werden. Ein besonders heiß diskutiertes Thema ist die Erderwärmung durch Treibhausgase. Nach der Ozonlochproblematik der 90.Jahre ist es jetzt das Umweltthema Nr. 1. Der Verbrauch von fossilen Brennstoffen wurde durch die Globalisierung erhöht, gleichzeitig wurde der Umweltschutz durch Wettbewerbsdruck vernachlässigt. Die Folgen sind weltweit schon heute erkennbar. Warme Winter, kaum Schnee, zurückgehende Gletscher und das Schmilzen der Polaren Eismassen und der damit verbundene Anstieg der Weltmeere. Diese Probleme führen wiederum zu neuen Umweltproblematiken. Landmasse wird verloren gehen oder nur mit hohem technischen und finanziellen Aufwand erhalten werden können. Auch die ansteigende Temperatur der Weltmeere wird verstärkt zur Entstehung immer gewaltigeren Hurrikans beitragen. Bodenerosion durch Trockenheit wird verstärkt einsetzen. Weltweit wird nutzbare Acker- und Waldfläche dadurch verloren gehen. Um einer Klimakatastrophe zu entgehen ist ein globales Handeln nötig. Regionale Bestimmungen, wie etwa Fahrverbote an Sonntagen oder Verbot von ineffizienten Leuchtmitteln, wie sie derzeit diskutiert oder von einigen Ländern umgesetzt oder gefordert werden, können global zu gut wie keine Wirkung zeigen. Die gesamte Welt und besonders die Industriestaaten sind hier gefragt Strategien und Techniken zu entwickeln um klimaschädliche Treibhausgase zu verringern. Alternative Energietechniken (Sonne, Wind, Wasserenergie) und eine effiziente Ausnutzung von Energie beispielsweise durch Wärmedämmung in Häusern und eine Verbesserung des Wirkungsgrades von elektrischen Maschinen und Fahrzeugen sind hier die nötigen Maßnahmen. Industrie, Politik und Verbraucher müssen umweltbewusster als bisher agieren. Umweltfreundliche Fahrzeuge wie etwa der 3Liter Polo dürfen nicht vom Markt verschwinden. Ein Umdenken auf der Umweltebene muss dazu stattfinden.
5.2. Global Aktion Plan
Bei dem Global Aktion Plan handelt es sich um eine internationale Kampagne, die Bürger zu einem umweltbewussten Handeln bewegen sollen. Entstanden ist der Global Aktion Plan 1990 in den USA. Das Ziel ist, Energieverschwendung zu reduzieren und die Energie- und Umweltproblematik deutlich zu machen. So könnten die Bürger auch in der Bundesrepublik massiv Energie einsparen, indem sie etwa Geräte nicht dauerhaft im Standby Betrieb betreiben. Das Bewusstwerden dieser alltäglichen Umweltproblematik ist eines der Ziele des Global Aktion Plans. Auslöser der Kampagne ist die Erkenntnis das 20% der Erdbevölkerung in Industriestaaten 80% der Energie verbrauchen.
5.3. Gesundheit und Globalisierung
Durch die Globalisierung ist die Gefahr von sich weltweit ausbreitenden Epidemien größer geworden. Durch heutige Verkehrsnetze ist es möglich in jedes Land der Welt zu reisen. Immer häufiger sind auch afrikanische oder asiatische Länder das Ziel von Touristen. Gefährliche Krankheitserreger, welche Klima begünstigt in diesen Ländern vorkommen, können über die globalen Waren und Verkehrsnetze schnell in alle Welt verbreitet werden. Wirksamer Schutz gegen weltweite Epidemien bietet nur eine international abgestimmte Politik. So konnte die globale Ausbreitung der Atemwegskrankheit SARS verhindert werden. Die Kontrolle anderer Krankheitserreger, wie etwa der Vogelgrippe ist aufgrund der Übertragung durch Vögel und deren Wanderungen ungleich schwieriger. Die Kontrolle des Warenflusses ist hier nur bedingt einsetzbar. In solchen Fällen kann nur eine entschlossene nationale Politik helfen. Gleichzeitig müssen reiche Länder, arme Länder bei der Lösung dieser Problematik unterstützen. Aufklärung, Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen müssen unter Anleitung der reichen Länder stattfinden. Um eine nationale Ausbreitung solcher Krankheiten zu verhindern, muss global zusammengearbeitet werden. In der westlichen Bevölkerung wird eine Bedrohung durch Krankheitserreger aus Afrika oder Asien immer stärker wahrgenommen. Die Globalisierung hat die Handelsgrenzen verschwinden lassen, im Gegenzug wurde den Krankheitserregern ein Tor in die Welt geöffnet. So hat sich beispielsweise der HI Virus heute weltweit ausgebreitet. Hierbei fällt auf, dass besonders Afrika und Asien von dieser Krankheit betroffen ist. Es ist die Folge mangelnder Bildung, Armut und ungenügender medizinischer Versorgung. Im Zuge der Globalisierung sollte das Eindämmen dieser Krankheiten den wirtschaftlichen Interessen in Nichts nachstehen. Nur wenn Bildung geschaffen, Armut bekämpft und medizinische Versorgung sicher gestellt sind, kann globalen Epidemien Einhalt geboten werden. Hier stehen die westlichen Staaten in der Pflicht. Nur sie besitzen die Mittel, um durch Forschung das Problem zu lösen. Globalisierung muss hier auch bedeuten, gleiche Möglichkeiten für alle. Besonders im Fall von Krankheiten darf es keine benachteiligten Nationen mehr geben.
5.4. Medizinische Folgen der Erderwärmung
Auch die Erderwärmung wird neue medizinische Probleme mit sich bringen. Durch große Hitze werden mehr Menschen aufgrund der körperlichen Belastungen sterben. Das wärmere Klima wird die Ausbreitung von Tieren, welche Krankheiten übertragen, wie etwa Stechmücken mit sich bringen. Krankheiten die heute nur in tropischen Regionen zu finden sind, z.B. Gelbfieber, Enzephalitis und Denguefieber, werden sich ebenfalls weiter ausbreiten. Die Belastung der Luft durch Pollen und Schadstoffe wird verstärkt Allergien und Atemwegserkrankungen hervorrufen. Westliche Länder müssen bereits heute Medikamente gegen solche Krankheiten entwickeln um in Zukunft nicht machtlos zu sein. Doch der aktuelle finanzielle Anreiz für Unternehmen ist nur gering. Hier ist die Politik gefragt. Medikamente zu subventionieren, damit regionale Probleme der Gegenwart nicht zu globalen Problemen der Zukunft werden.
5.5. Das Kyoto Protokoll
Das Kyoto Protokoll hat das Ziel, den Ausstoss von umweltschädlichen Treibhausgasen von Industrieländern im Zeitraum von 1990 bis 2012 global um 5,2% zu senken. Viele Entwicklungsländer haben das Abkommen zwar unterzeichnet, sind aber nicht verpflichtet Klimaschutzmassnahmen zu ergreifen. Das Kyoto Protokoll zählt zu den wichtigsten globalen Umweltverträgen. Die Umsetzung des Protokolls gestaltete sich äußerst schwierig. Die Ziele des Protokolls wurden bereits auf dem �Erdgipfel� 1992 in Rio de Janeiro bekannt und schließlich 1997 festgelegt. Erst im Februar 2005 durch den Beitritt Russlands konnte der Vertrag in Kraft treten. Insgesamt sind 141 Staaten, welche für 61,6% des weltweiten CO2 Ausstosses verantwortlich sind, beteiligt.
Die Umsetzung des Vertrages kann je nach Land sehr verschieden ausfallen. Der Handel mit Emissionsrechten wird ermöglicht. Klimaschutzprojekte, wie etwa die Finanzierung von alternativer Energieerzeugung, in armen Ländern wird angerechnet. Auch Wälder, da diese Treibhausgase speichern, werden verrechnet. Von Umweltexperten wird das Kyoto Protokoll als zu lasch kritisiert. Durch den Ausstieg der USA ist der weltweit größte CO2 Erzeuger nicht beteiligt. 2001 trat die USA aus dem Vertrag aus. In ihren Augen wäre die Umsetzung zu kostenintensiv und würde die Wirtschaft schwächen. Trotz Kyoto Protokoll steigen die Emissionen weiter an. Dies ist eine Folge der boomenden Wirtschaft und steigenden Emissionen im Transport und Verkehrssektor. Für Experten ist klar, dass Kyoto Protokoll kann nur ein erster Schritt sein. In ihren Augen darf die Problematik der Emissionen nicht vernachlässigt werden. Die Folge wäre extreme Klimaschutz Maßnahmen in der Zukunft, um einen extremen Anstieg der Erdtemperatur zu verhindern. Weiterhin wird kritisiert, dass Entwicklungsländer nicht aktiv beteiligt sind. Prognosen sehen ihren Anteil an weltweiten Treibhausgasen bis 2035 auf etwa 50% ansteigen. Ein weiteres Problem gibt es im Handel mit Emissionsrechten. So wurden viel zu hohe Werte für Industrienationen gewährt. Der Handel mit Emissionsrechten der vor allem ärmere Länder finanziell unterstützen sollte, da diese wenig CO2 produzieren, findet so kaum statt. Viele Staaten sehen in den Umweltvorschriften eine Wirtschaftsbremse. Die Umweltauflagen sind eine Belastung für Wirtschaftsunternehmen. Durch den globalen Konkurrenzdruck befürchten Staaten eine zunehmende Verlagerung von Produktionsstandorten in Länder mit geringen Umweltauflagen. Die Bundesrepublik will hier einen anderen Weg einschlagen. Bis 2012 will man die Treibhausgase über Kyoto Protokoll hinaus über 20% senken. Noch stärker als bisher erneuerbare Energietechnik fördern und ausbauen. Immer knappere fossile Brennstoffvorkommen machen ein Umdenken nötig. Auch in anderen Ländern setzt sich diese Erkenntnis durch. In China etwa wird das Gebiet der erneuerbaren Energietechnik massiv gefördert. Hier sind es natürlich eher wirtschaftliche Interessen anstelle von umweltpolitischen die diese Entwicklung vorantreiben. China hat das Kyoto Protokoll nicht unterzeichnet. Hier will man sich eher von Energielieferungen aus Drittländern unabhänig machen. Ein Umweltgedanke spielt hierbei so gut wie keine Rolle. Das Kyoto Protokoll darf nur ein weiterer Schritt einer verstärkten globalen Umweltpolitik darstellen. Entschlossenes internationales Handeln ist für eine wirkungsvolle Umweltpolitik Voraussetzung. Der Umweltgedanke muss global akzeptiert werden um drohende Klimakatastrophen zu verhindern.
6. Fazit
Globalisierung hat die Welt vernetzt, Raum und Zeit verringert, den Austausch der Kulturen verstärkt, aber auch Konflikte geschaffen. Ein Gewinner oder Verlierer der Globalisierung ist nicht eindeutig zu erkennen. Die Welt wurde durch die Globalisierung insgesamt verändert. Überall hat sie positive wie auch negative Auswirkungen. Die Chancen einer globalisierten Welt, also einer Welt ohne kulturelle, politische oder wirtschaftliche Grenzen sind imenz. Doch leider scheint jeder nur seinen eigenen Vorteil nutzen zu wollen. Doch genau dass bremst den Globalisierungsprozess. Globalisierung wird oft verteufelt. Arbeitsplätze gehen verloren, Sozialleistungen und Löhne werden gekürzt. Gleichzeitig wird mehr gefordert. Dies basiert darauf, dass die Interessen der Länder sich stark voneinander unterscheiden. Globalisierung heißt: Zusammenführung der Menschheit, und zwar in allen Bereichen, Politik, Kultur, Arbeit, Medien und Umwelt. Das muss nicht den Verlust von eigener kultureller Identität bedeuten. Nationale Traditionen müssen gewahrt werden. Jeder muss sich aber für die Kultur anderer öffnen und sie respektieren. Eine globalisierte Welt sollte ihre Ziele gemeinsam verfolgen um Konflikten vorzubeugen und Gleichstellung zu erreichen.
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